FAFCE

Föderation der katholischen Familienverbände in Europa

Leihmutterschaft: eine Verletzung der Menschenwürde

Straßburg, 13. Oktober 2016

Klare Aussagen für ein Verbot der Leihmutterschaft in der Debatte, die der Ablehnung des „De Sutter“ Berichts vorausging

 

PACE side event surrogacy

 

Eine Konferenz zur Leihmutterschaftspraxis wurde am Montag, den 10. Oktober, in der Plenarsitzung der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) veranstaltet. Organisiert wurde sie von den Mitgliedern der italienischen Delegation unterschiedlicher politischer Couleur, sie fand im Vorfeld  der Diskussionen statt, die zu einer Ablehnung der Empfehlung der belgischen Senatorin Petra De Sutter (Sozialistische Fraktion) geführt hat.



Nach einer kurzen Einführung in das Thema durch Milena Santerini (Abgeordnete der Sozialistischen Fraktion), kritisierte die Präsidentin des Collectif pour le Respect de la Personne (Gemeinschaft für die Achtung des Menschen CORP), Ana Luana Stoicea-Deram vehement den Empfehlungsentwurf von Petra De Sutter, bezog sich dabei auf „die Rechte von Kindern, die in engem Zusammenhang mit der Leihmutterschaft stehen“. " Sie betonte, dass es sich bei Leihmutterschaft um eine moderne Form von Menschenhandel handelt, der auf der sozialen, wirtschaftlichen und emotionalen Fragilität der Leihmutter fußt; der ganze Prozess diene einzig und allein der Erfüllung eines egoistischen Wunsches und ziehe in keiner Weise das Risiko der Mutter in Betracht, die Schädigungen des Embryos, einen möglichen Kaiserschnitt oder Hormoninjektionen. Abschließend sprach  Stoicea-Deram der Berichterstatterin De Sutter die nötige Neutralität ab, da diese als Gynäkologin in Gent (Belgien) arbeite und dort im Leihmutterschaftsgeschäft für die indische Klinik mit dem Namen "Samen der Unschuld" tätig sei.

Francesca Izzo, Professorin für politische Philosophie und Vertreterin der italienischen Vereinigung "Se non ora quando - Libere", bestand darauf, dass mit der Leihmutterschaftspraxis, die Frau, weit entfernt von Selbstbefreiung, "sich der patriarchalischen Autorität aus der Vergangenheit und dem Gesetz des Marktes auf besondere Weise unterwirft. "

Jean Paillot, Experte für Gesundheitsrecht und Bioethik, Präsident der Konföderation französischer Familienverbände Niederrhein, hat die rechtlichen Auswirkungen von Leihmutterschaft untersucht. Eine Unterscheidung zwischen altruistischer und auf Gewinn ausgerichteter Leihmutterschaft ist nicht gerechtfertigt, da so oder so von einem böswilligen Verlassen eines Kindes ausgegangen werden muss. Darüber hinaus wird der Rechtsschutz des Kindes nicht gewährleistet, da niemand weiß, ob und von wem es betreut werden wird. Somit bleibt die notwendige Stabilität für das Kind ungeklärt. Paillot sagte, dass sich schließlich die rechtliche Frage der Abstammung auf der Grundlage der biologischen Verbindung stelle.

Während der Debatte, die mit Zitaten aus dem Bericht reichlich bedacht war, bestanden einige französische Abgeordnete darauf, dass ein aus Leihmutterschaft hervorgegangenes Kind rechtlich nicht aufgegeben sei, wie von den Gegnern der Leihmutterschaft behauptet:

grundsätzlich hat es die Staatsangehörigkeit seines Geburtsortes, also einen Pass;
wenn das Adoptionsverfahren zu einem Abschluss kommt, wird das Kind nach 5 Jahren die Staatsbürgerschaft seines Gastlandes erhalten, so einer der beiden Elternteile dort die Staatsbürgerschaft inne hat;
zwischenzeitlich, profitiert das Kind von dem Gesundheitssystem und der Bildung des Gastlandes.

Dies beweist einmal mehr, dass die angeblich geforderten Richtlinien zum Schutz der Rechte der aus Leihmutterschaft hervorgegangenen Kinder, nur ein Trick war, um einen Weg zu öffnen, der zur Legitimierung der Leihmutterschaftspraxis führen soll.

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