FAFCE

Föderation der katholischen Familienverbände in Europa

Pressemitteilung | Audiovisuelle Mediendienste in der EU: Wie sieht der Schutz für unsere Kinder aus?

Das IMCO-Komitee des Europäischen Parlaments stimmt für die Aufrechterhaltung des bestehenden Verbots von Fernsehsendungen, die Pornographie oder exzessive Gewalt zeigen.

Brüssel, 9. Dezember 2016

Am Montag, den 5. Dezember, hat der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz (IMCO) eine Stellungnahme zur Revision der Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste mit der Empfehlung herausgegeben, dass das bestehende Verbot von Pornografie und exzessive Gewalt im öffentlichen Fernsehen aufrecht erhalten wird.

FAFCE-Präsident Antoine Renard begrüßt dieses Ergebnis und sagte, „dass die Europäische Union ihre Standards zum Schutz von Minderjährigen nicht schwächen darf; vielmehr bietet eine Überarbeitung dieser Richtlinie Gelegenheit, die bestehenden Standards zu stärken und die negativen Auswirkungen schädlicher Inhalte für Kinder, Familien und Gesellschaft zuzugeben“ .

Im Mai 2016 hatte die Europäische Kommission einen Vorschlag (KOM (2016) 287) zur Änderung der Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste (2010/13/EU) vorgelegt, um sie den neuen Realitäten eines sich schnell entwickelnden Marktes anzupassen.

Die derzeit geltende Richtlinie verbietet ausdrücklich, dass im Fernsehen Programme gezeigt werden, die Pornografie oder exzessive Gewalt beinhalten, um Minderjährige vor schädlichen Inhalten zu schützen (Artikel 27). Allerdings sah der Vorschlag der Kommission die Streichung dieses Artikels vor, was den Schutz von Minderjährigen geschwächt hätte. Der Vorschlag der Kommission sah vor, dass exzessive Gewalt und Pornographie gezeigt werden können, solange diese an elterliche Maßnahmen wie "Verschlüsselung und elterliche Kontrollen"  gekoppelt wären.

FAFCE ist besorgt, dass der Schutz Minderjähriger vor schädlichen Inhalten im Rahmen der derzeitigen Überarbeitung der Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste geschwächt wird und ist der festen Überzeugung, dass die bestehenden Standards beibehalten und weiter ausgebaut werden sollten, einschließlich On-Demand-Dienste. Da Kinder heute mit Technologien bestens vertraut sind und unter Berücksichtigung der vielfältigen Plattformen, über die audiovisuelle Inhalte jederzeit und überall zugänglich sind, scheint ein Verbot von Anbietern audiovisueller Mediendienste, die solch gefährdende  Inhalte wie Pornografie und grenzüberschreitende Gewalt zeigen, wie es derzeit für Fernsehsender vorgesehen ist, wünschenswert.

Das Europäische Parlament bereitet einen Vorschlag zur Änderung der Richtlinie unter der Schirmherrschaft des Ausschusses für Kultur und Bildung (CULT) vor. Verschiedene Ausschüsse werden ihre Stellungnahmen abgeben, um den Abschlussbericht des CULT-Ausschusses entsprechend zu unterrichten, über den am 28. Februar 2017 abgestimmt werden wird. Viele Abgeordnete verschiedener Fraktionen sind sich der Herausforderungen des laufenden Verfahrens bewusst und arbeiten bereits für einen besseren Schutz der Kinder.

FAFCE begrüßt die jüngste Abstimmung im IMCO-Ausschuss und hofft, dass der CULT-Ausschuss in dieser Richtung weiterarbeitet. Antoine Renard sagt: "Wir sind davon überzeugt, dass es immer noch möglich ist, diese Empfehlung auf On-Demand-Dienste zu auszuweiten, so dass auch sie daran gehindert werden, Inhalte wie Pornographie oder exzessive Gewalt auszustrahlen."

Kontakt:
Nicola Speranza, Policy Officer
This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
+32 (0)498 46 02 20

KONTAKT

Telefon: +32 (0) 4 98 46 02 20 

Mail: FAFCE Föderation der katholischen Familienverbände in Europa

19 Square de Meeus B-1050 Brüssel/Belgien

youtube-icone-8916-128

twitter-icone-3703-128

facebook-icone-8470-128